Unsere Stadtmitte ist kein Freilichtmuseum sondern ein lebendiger Bezirk, in dem Menschen wohnen, arbeiten, ihre Kinder großziehen – und der unter einem enormen Druck steht. Steigende Mieten, verdrängter Kiez-Einzelhandel, immer weniger Orte, an denen man einfach sein kann, ohne etwas zu konsumieren.
Ich setze mich für ein Stadtzentrum ein, das seinen Bewohner*innen gehört. Das bedeutet: Begegnungsorte schützen statt aufgeben. Die soziale Infrastruktur verteidigen – die alteingesessenen Läden, die Kiez-Kioske, die Ergotherapie-Praxis um die Ecke. Und öffentliche Räume schaffen, die wirklich öffentlich sind: für alle, kostenlos, zugänglich.
Ein konkretes Beispiel dafür ist die Spree. Fast sieben Prozent der Berliner Stadtfläche bestehen aus Wasser – und der größte Teil davon ist für die Menschen nicht nutzbar. Seit fast hundert Jahren gilt ein pauschales Badeverbot in Berliner Flüssen und Kanälen, das in anderen deutschen Städten so nicht existiert. Die Sommerhitze nimmt zu. Freibäder sind überfüllt. Und mitten durch Mitte fließt ein Fluss, in dem man nicht schwimmen darf.
Das will ich im Abgeordnetenhaus ändern. Das pauschale Badeverbot muss weg. Stattdessen brauchen wir ein ausgebautes Wasserqualitätsmonitoring, das transparent und tagesaktuell zeigt, wann das Wasser sicher ist – wie es in anderen europäischen Städten längst funktioniert. Und wir brauchen eine Pilotbadestelle im Spreekanal, wie sie im Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept Berliner Mitte bereits beschrieben ist. Das Flussbad ist kein Luxus. Es ist ein Stück Lebensqualität für alle – und es wäre ein echter Begegnungsort mitten im Stadtzentrum.