Ich weiß, wie das ist, Kinder in der Großstadt großziehen, oft ohne Netz unter dem Trapez. Als ich meine Zwillinge alleine in Mitte aufgezogen habe, war mein Kiez mein Dorf.
Die Nachbarinnen, die kurz einspringen. Der Spielplatz, auf dem man sich kennt. Die Kita, die mehr ist als Betreuung, die Gemeinschaft schafft.
Dieses Netz trägt. Aber es hält nicht von alleine.
Familie ist für mich, wer füreinander da ist – verheiratet oder unverheiratet, getrennt oder zusammen, Patchwork, Pflegefamilien, Regenbogenfamilie, Solo-Eltern wie mich: Wer Kinder groß zieht, braucht eine Stadt, die mitzieht.
Das bedeutet konkret: gute Kitas und Schulen, in denen Kinder wirklich ankommen. Jugend- und Familienzentren, die im Kiez verankert sind und nicht nur auf dem Papier existieren.
Sichere Wege für Kinder, die zur Schule laufen. Und Unterstützung, die zu den Familien kommt – nicht umgekehrt. Denn Eltern sind heute viel zu sehr in der Holschuld: beim Kitaplatz, beim Elterngeld, bei der Suche nach Hilfe in Krisenzeiten. Das will ich ändern. Beratung und Begleitung müssen frühzeitig und für alle erreichbar sein – unabhängig von Sprache, Herkunft oder Geldbeutel.
In meiner Zeit in der BVV Mitte habe ich dafür gekämpft: mehr kostenfreie Kinderbetreuung, mehr konsumfreie Erholungsorte, einen Jugendbeirat und Strukturen, die Familien tatsächlich tragen. Kürzungen bei Jugend- und Familienangeboten dürfen diese Arbeit zunichtemachen. Kinder und Jugendliche brauchen Räume, in denen sie sich entfalten können.