Am Mittwoch, 20. Mai, 2026, hatte der Verein Flussbad Berlin im Herzen Berlins zur Mitschwimm-Demonstration gegen das pauschale Badeverbot in der Spree aufgerufen.
Dutzende Demonstrantinnen und Demonstranten wollten am Spreekanal am Schinkelplatz gleich neben dem Schloss in Berlin-Mitte ins Wasser gehen.
Als Ihre Kandidatin aus dem Kiez für die Abgeordnetenwahl 2026, war ich dabei und griff in meiner Rede das Motte der Demo auf:
„101 Jahre Badeverbot abwählen“
Hier die Gründe für mein Engagement gegen das Badeverbot:
- Die Stadt wird immer teurer. Viele können sich Urlaub nicht mehr leisten. Die Freibäder quellen in den Sommerferien über vor Menschen. Warum nicht ins kühle Nass der Spree springen? Völlig kostenlos.
- Die Wasserqualität ist besser als ihr Ruf. Seit dem 20. Mai 1925 gilt die Berliner Badegewässerverordnung. Damals stank die Spree vor Dreck, baden war gesundheitsgefährdend und wurde verboten. Zeit, was zu ändern: mit Freigaben, begleitet mit Monitoringsystemen. Gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Wasser Berlin entwickelte der Flussbad Verein ein Prognosesystem, zu dem Stichproben gehören, die zur Kontrolle im Labor ausgewertet werden. So kann die Wasserqualität im Spreekanal mit dem Hissen von Flaggen – wie bei den Ampelfarben – kenntlich gemacht werden. Dann kann jede/r selbst entscheiden, ins Wasser zu gehen.
- Nahezu kein Schiffsverkehr am Schinkelplatz. Der Spreekanal zweigt von der vor der Mühlendammschleuse ab. Ein Wehr regelt den Wasserstand oberhalb der Schleuse. Bis auf ein paar Polizeiboote sollte da also nichts vorbei kommen.
- Andere europäische Städte machen es uns vor: Wien, Kopenhagen, Zagreb, Paris. In Paris gibt es sogar offizielle Badestellen, die Rettungsschwimmer:innen überwachen. Wer schon mal im Donaukanal in Wien baden war, weiß, wie herrlich die Atmosphäre dort ist. Also nur Mut, Senat!
Was ich noch erwähnen muss: Die Mitschwimm-Demonstration in Berlin gegen das pauschale Badeverbot in der Spree ist leider buchstäblich ins Wasser gefallen. Es begann zu regnen und ein Gewitter aufzogen. Deshalb brachen wir die Aktion ab.
Der Senat will nicht – aber wir
Die Umweltverwaltung wies einen Tag vor der Demo darauf hin, dass Baden im Spreekanal immer noch untersagt sei und es auch keine Ausnahmegenehmigung für Schwimmdemonstrationen gebe. Gleich noch ein Grund mehr, an den nächsten Schwimm-Demos teilzunehmen. Bis zur Abgeordnetenwahl im September finden sie immer am 20. des Monats statt. Am 20. Juni, 20. Juli und 20. August können wir ins kühle Nass. Es freute mich, Sie dort zu treffen.
Mehr Infos:
https://www.flussbad-berlin.de/en/rueckblick/471-neue-termine-mit-schwimm-demos-2026